Die künftige Entwicklung von Kultur und Musik in der Musikgemeinde stand im Mittelpunkt des diesjährigen Neujahrsempfangs der SPD. Dabei wurde deutlich, dass Nauheim auch weiterhin den Anspruch erhebt, sich als Musikgemeinde zu positionieren und dieses Profil aktiv fortzuentwickeln.
Der SPD ist es ein zentrales Anliegen, diesen Themenkomplex als Bestandteil ihres kommunalpolitischen Programms in einen umfassenderen Zusammenhang einzuordnen. Weitere kommunalpolitische Fragestellungen, die im Vorfeld der Kommunalwahl ebenfalls von Bedeutung sind wie Gewerbegebiet Süd, Finanzsituation, KFZ Ladeinfrastruktur u.v.m. wurden bewusst in kleinere Gesprächsformate ausgelagert. Im Anschluss an den offiziellen Teil bot ein informelles „Meet & Greet“ Austauschformat an runden Tischen Gelegenheit zum persönlichen Dialog, noch bevor der Empfang mit einem gemeinsamen Imbiss fortgesetzt wurde.
Die Veranstaltung war mit mehr als 60 Gästen gut besucht, darunter die Bürgermeister von Büttelborn, Marcus Merkel, und Kelsterbach, Manfred Ockel, Vertreter aus Landespolitik, Ehrenbürger der Gemeinde sowie Repräsentanten von Vereinen, Parteien und der örtlichen Feuerwehr.
Für den musikalischen Rahmen sorgte das Streichorchester des Musikvereins 1950 Nauheim e.V., das mit mehreren Beiträgen einen eindrucksvollen Auftakt gestaltete und großen Zuspruch beim Publikum fand. Damit wurde bereits zu Beginn ein deutliches Zeichen für die kulturelle Bedeutung der Musik in der Gemeinde gesetzt.
In ihrer Begrüßung zeigte sich die Co-Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Sanja Schneider, erfreut über die hohe Resonanz und hob die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs hervor. Als Gesprächspartner auf dem Podium brachte sich auch Bürgermeister Marc Friedrich ein.
Er regte unter anderem an, eine zentrale Übersicht über verfügbare Proberäume im Gemeindegebiet zu schaffen, etwa in Einrichtungen wie Kindertagesstätten. Darüber hinaus sprach er sich für die Einrichtung eines runden Tisches zur Kulturentwicklung aus, um neben Musikvereinen auch weitere kulturelle Akteure stärker einzubinden. 
Aus Sicht von Silke Schneider, Lothar Walbrecht und Michael Schneider wurde die Bedeutung von Vernetzung und Kooperation hervorgehoben. Ziel sei es, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und neue Plattformen für Zusammenarbeit zu schaffen. 
Auch Vertreter anderer Vereine betonten, dass historische und teilweise in Vergessenheit geratene Strukturen wieder aktiviert werden könnten. Gleichzeitig wurden konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung der musikalischen Arbeit formuliert. Dazu zählen unter anderem die stärkere Ansprache jüngerer Zielgruppen, ein intensiverer Einsatz digitaler Kommunikations- und Marketinginstrumente sowie eine nachhaltige Förderung musikalischer Nachwuchsarbeit mit Unterstützung der Kommune.
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Frage nach sichtbaren Zeichen kultureller Identität im öffentlichen Raum. Angeregt wurde, das musikalische Profil der Gemeinde stärker nach außen zu tragen und an frühere Veranstaltungsformate anzuknüpfen, die über Jahre hinweg identitätsstiftend gewirkt hatten.
Abschließend bestand Einigkeit, dass Musik als verbindendes Element eine besondere Rolle im gesellschaftlichen Miteinander einnimmt. Trotz gelegentlicher politischer oder finanzieller Herausforderungen bestehe kein Anlass, den Anspruch der Gemeinde aufzugeben. Vielmehr ist das Selbstverständnis als Musikgemeinde ein gewachsenes kulturelles Erbe, das Verantwortung mit sich bringe und aktiv gepflegt werden muss.