Am 11. Oktober wurde Rosalia Radosti durch die Mitglieder der SPD zur Bürgermeisterkandidatin nominiert. Nach ihrer engagierten Rede wählten alle 27 Wahlberechtigte die Nauheimerin und applaudierten begeistert mit Standing Ovations. 

In seiner Begrüßungsrede ging der Vorsitzende Frank Schmitz auf die Arbeit der Findungsgruppe ein. Es habe seit längerer Zeit im Vorfeld Gespräche mit geeigneten Bewerber*innen gegeben. 

Mit Rosalia Radosti hat die beste Wahl für dieses Amt stattgefunden, so Frank Schmitz. Schliesslich habe sie sich in der Ausübung ihres Amtes als Erste Beigeordnete und somit stellvertretende Bürgermeisterin seit der Kommunalwahl im Nauheimer Rathaus bewährt. Dieses ist ein Alleinstellungsmerkmal aller Bewerber*innen, so Schmitz. In einem kurzen Rückblick auf ihre langjährige, politische Erfahrung nannte er ihre langjährige Zugehörigkeit zu Kreis- und Gemeindeparlament, in dem sie auch als Gemeindevertretervorsteherin tätig war. Abschliessend sprach er sich für die Wahl von Rosalia Radosti aus. 

Ungefähr 40 Parteimitglieder und Interessierte fanden sich am 11. Oktober 2022 in einem Nebenraum des „Klaane Naumer“ zusammen. Gemäß den formalen Richtlinien standen zuerst noch einige organisatorische Wahlen vor der anstehenden Nominierungswahl an. 

In einer flammenden Rede, immer wieder von begeistertem Beifall der 40 Anwesenden unterbrochen, hielt sodann Rosalia Radosti ihre Bewerbungsrede. Sie fühle sich sehr geehrt, so die Kandidatin, für die Nauheimer SPD bei der anstehenden Bürgermeister*in Wahl anzutreten und bedankte sich für das ihr entgegengebrachte Vertrauen. 

Sie begann ihre Rede mit Erinnerungen an ihre Kindheit. Im alten Ortskern von Nauheim aufgewachsen, im heutigen Heimatmuseum in den Kindergarten gegangen und dann später den täglichen Fußweg über die kleine Schwarzbachbrücke und durchs Nauheimer bekannte Rohrgäßchen zur Grundschule gelaufen. 

Nach der mittleren Reife folgte eine Ausbildung mit Abschluss zur Bankkauffrau. Seit nunmehr 34 Jahren ist bei einer großen regionalen Genossenschaftsbank, wo sie bisher in verschiedenen verantwortungsvollen Funktionen beschäftigt war.
Sie hat mehr als 10 Jahre als Filialleiterin mit Personalverantwortung gearbeitet. Hat dort Personal geführt, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert und die Bedeutung eines guten Teams zu schätzen gelernt.
Auf dem zweiten Bildungsweg hat sie am Abendgymnasium in Darmstadt besucht und die allgemeine Hochschulreife erfolgreich abgeschlossen. Darauf folgte ein berufsintegriertes Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Mainz mit Schwerpunkt Personal, das sie erfolgreich als Diplom Betriebswirtin abgeschlossen hat. Rosalia Radosti hob hervor, dass sie immer wieder in ihrem Leben Chancen genutzt und Herausforderungen erfolgreich gemeistert habe. 

Als Kind italienischer Gastarbeiter ist Rosalia Radosti in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus groß geworden. Toleranz und Solidarität waren immer sehr wichtige Werte.
Ihre Stärke ist das Vermitteln. Sich für eine faire Lösung und für das Gemeinwohl einzusetzen und sich dafür auch ggf. konstruktiv zu streiten, das ist es, was sie ausmacht. 

Rosalia Radosti war Gemeindevertretervorsteherin im Gemeindeparlament in Nauheim, viele Jahre im Vorstand des Grundschulfördervereins und nun Erste Beigeordnete (also stellvertretende Bürgermeisterin) Nauheims. Sie hat Entscheidungen beeinflusst, auch wenn Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker sie schließlich oft im Konsens lösen. Dazu machte sie deutlich, dass es nicht ihr politischer Stil sei, die eigene Leistung in den Vordergrund zu stellen. 

Nauheim und seine Bewohnerinnen und Bewohner sind ihr im täglichen Umgang und mit ihrer Tätigkeit in der Kommunalpolitik – aktuell als stellvertretende Bürgermeisterin – ans Herz gewachsen. Nauheim ist ihr Lebensmittelpunkt und ihre feste Heimat. 

Als verheiratete Mutter zweier Kinder weiß sie um die Bedeutung einer gut funktionierenden Gemeinde und Gemeinschaft und das der Nauheimerinnen und Nauheimer. „Ich möchte Begonnenes fortführen und liegen gelassenes Beginnen“ so ihr Versprechen. Es gibt viele Themen, die unsere Aufmerksamkeit bedürfen und die wir angehen müssen. Gerade jetzt wird es spürbar wie schwierig es ist, in einer Familie wirtschaftlich zu bestehen. Oft müssen beide Elternteile arbeiten. Das können sie aber nur, wenn die Gemeinde eine qualitativ hochwertige Betreuung mit ausreichenden Plätzen anbietet und die Kitas für das Personal attraktiv sind. 

Nauheim ist von einem florierenden Gewerbe abhängig. Dazu sind ausreichende Gewerbeflächen nötig. Unser ansässiges Gewerbe stellt nahe Arbeitsplätze sicher und sorgt über die Gewerbesteuer für wichtige Einkünfte. Damit wir das bestehende Gewerbe halten und neues gewinnen können, müssen Gewerbeflächen nachhaltig und sozialverträglich erhalten oder sogar ausgebaut werden. Als diplomierte Betriebswirtschafterin in der freien Wirtschaft weiß sie, dass wir solide und vorausschauend wirtschaften müssen. Nur ein regelmäßiger Austausch zwischen Gemeinde und Gewerbe kann die wirtschaftliche Entwicklung für alle günstig beeinflussen. Dafür will sich Radosti besonders einsetzen. 

Immobilienbesitzer, Mieter und auch Unternehmen stehen heute vor großen, schwierigen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Energiekosten steigen in astronomische Höhen und für so manchen wird der Einsatz erneuerbarer Energien notwendig oder hilfreich sein. Hier kann und die Gemeinde mehr Anreize für öffentliche und private Haushalte anbieten, aktiv über Förderungen informieren und Informationsveranstaltungen Wissen vermitteln. 

Vereine und Kirchen sind für Radosti das Rückgrat des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Nauheim. Sie bereichern mit ihren vielfältigen Angeboten im sportlichen, kulturellen, musischen und karitativen Bereich das Leben vieler Menschen. Radosti will die Mitglieder im Ehrenamt stärken und in Zukunft eine kontinuierliche und transparente Zusammenarbeit fördern. 

In ihrer Bewerbungsrede strich sie noch einmal heraus: Sie ist Nauheimerin und Mutter zweier Kinder, ehrenamtlich und politisch schon seit Jahrzehnten für die Gemeinde aktiv, verfügt über ein vertrauensvolles, politisches Netzwerk und vereint betriebswirtschaftliches Wissen, Verwaltungskompetenz und langjährige Erfahrung als Führungskraft. Selbstbewusst schloss sie mit der Aussage: „Von allen Kandidatinnen und Kandidaten bringe ich die besten Voraussetzungen für dieses Amt mit!“. 

Ihre Amtszeit als Bürgermeisterin wird von Zuhören und Machen geprägt sein.
Ich möchte als Bürgermeisterin Nauheim mit Herz und Kompetenz leiten, so Radosti. 

Ein wichtiges Hauptaugenmerk in ihrer Rede war die Ankündigung eines Kompetenzteams Ende Oktober. Ein gut funktionierendes Netzwerk von Menschen ist auch sehr wichtig für die zukünftige Aufgabe als Bürgermeisterin, um die Interessen von Nauheim auch nach außen bestmöglich zu vertreten und umzusetzen. 

In der anschliessenden Aussprache fand die anwesende Landtagsabgeordnete Kerstin Geis die passenden Worte als Fürsprecherin. Es sei gut, richtig und schön, dass sich in Nauheim eine Frau für dieses Amt bewerbe, aber nur von „Frauenpower“ zu sprechen sei ihr viel zu wenig. Aufgrund ihrer langjährigen, guten Kontakte in die Nauheimer SPD habe sie sich auch ein Bild der Bewerberin machen können und sprach ihr alle Fähigkeiten für dieses angestrebte Amt zu und bot der Kandidatin auch gleich umfangreiche Unterstützung für den anstehenden Wahlkampf an. Ihre Unterstützung sei ihr sicher. 

Anschliessend gab es viel Lob und Zuspruch. Die ehemalige VdK Vorsitzende Brigitte Breckheimer meinte, das es nun endlich Zeit für eine Frau auf dem Chefsessel in Nauheim sei. Auch der erst später angereiste Landrat Thomas Will war begeistert und sicherte ihr seine Unterstützung zu.